Interview — The Kooks

Listen To Your Heart

Der große Indie-Hype ist verflogen, aber eine Lieblingsband der Millenials hat sich standhaft gehalten: In der geschichtsträchtigen Columbia-Halle in Berlin-Tempelhof sprechen wir mit Luke Pritchard und Peter Denton von The Kooks über Zerstörung und Neuerschaffung.

21. März 2015 — MYP No. 17 »Mein Ritual« — Interview: Jonas Meyer, Fotos: Moritz Jekat

Wir sind mal ausnahmsweise viel zu früh da – passiert uns ja nicht oft. Seit etwa zwanzig Minuten stehen wir vor der Columbiahalle im Berliner Stadtteil Tempelhof und warten auf Viktor, unseren Kontaktmann von Universal Music.

Doch was sind schon unsere zwanzig Minuten Wartezeit gegen das, was die vielen jungen Fans noch vor sich haben, die sich bereits jetzt zu Dutzenden vor der Konzerthalle versammeln? In Grüppchen sitzen und stehen sie auf den Treppenstufen vor dem Eingang und warten darauf, heute Abend hier The Kooks feiern zu können – idealerweise direkt von der ersten Reihe aus. Einlass ist um acht, jetzt ist es kurz vor zwei. Nur noch sechs Stunden also, die es zu überbrücken gilt.

Sind die denn verrückt geworden?

Mal Hand auf’s Herz: Was würde man selbst denn alles tun und geben für die eigene Lieblingsband? Wie viele Stunden, wie viele Tage würde man warten, um die eine große Show zu erleben? Spätestens seit dem Tag, an dem man als Siebenjähriger auf Papas Schultern Genesis vor 80.000 Leuten erlebt hat, kann man doch gar nicht anders, als Musik als etwas Großes, etwas Magisches zu begreifen, das alles Rationale über Bord wirft. Kopf aus, Herz an – ein Ritual des Rock’n Roll.

Viktor ist da, pünktlich auf die Minute. Gemeinsam laufen wir über den Parkplatz der Konzerthalle zum Hintereingang, vorbei an dunkelgrauen Tour-Bussen und einem wortkargen Wachmann mit Bulette in der Hand. Kaum haben wir den Backstage-Be- reich betreten, kommt uns Tony Brookes entgegen, seit etlichen Jahren der Manager von The Kooks. „Schaut Euch doch einfach um und sagt Bescheid, wo ihr das Interview machen wollt!“, ruft er uns freundlich zu. Na wenn das keine Ansage ist!

Im ersten Stock der Columbiahalle finden wir eine Ecke, die einen äußert gemütlichen Eindruck macht – umso wichtiger, wenn es draußen so ungemütlich ist wie heute.

Einige Minuten später. Luke Pritchard, Lead- Singer von The Kooks, und Bassist Peter Denton stehen plötzlich vor uns. Drummer Alexis Nunez und Gitarrist Hugh Harris lassen sich entschuldigen, nach der langen Anreise mit dem Tourbus wollen sie sich noch etwas ausruhen, um fit für die Show zu sein.

Jonas:
Vor kurzem habt ihr in Amsterdam eure diesjährige Europa-Tour gestartet. Ist die erste Show einer Tour immer etwas Besonderes?

Luke:
Wenn man nach einer Pause von drei Jahren mit neuem Material auf Tour geht, ist man natürlich immer ein wenig aufgeregt: Man weiß nie, was einen erwartet. Da wir aber vor dem Tourauftakt in Amsterdam bereits einige Konzerte in Australien gespielt haben, waren wir gewissermaßen schon im Rhythmus.

Jonas:
Ihr habt seit eurer Gründung im Jahr 2004 unzählige Shows gespielt. Empfindet ihr vor einem Auftritt trotzdem noch so etwas wie Nervosität?

Peter:
Wirklich nervös bin ich nie, eher energiegeladen.

Luke (lächelt):
Um ehrlich zu sein, habe ich vor unserer Europa-Tour schon eine gewisse Nervosität gespürt – aber die hat sich mit der ersten Show in Luft aufgelöst, meine Nerven
waren nach kürzester Zeit beruhigt.

Jonas:
Die Sorgen waren ja auch eigentlich unbegründet – euer neues Album wirkt wie ein guter Freund, der einige Jahre um die Welt gereist ist und nun darauf brennt, alles zu erzählen, was er erlebt hat. Wie habt ihr selbst die Zeit nach „Junk of the Heart“, eurem letzten Album aus dem Jahr 2011, empfunden?

Luke:
Mit The Kooks hatten wir immer Ups und Downs. Aber vor allem diese letzten drei Jahre haben sich für uns als Band überaus turbulent angefühlt – die Arbeit an der neuen Platte war Zerstörung und Neuer- scha ung zugleich. Wir alle wollten nach „Junk of the Heart“ auf eine völlig andere Art und Weise Musik machen.
Und so war „Listen“ letztendlich für uns so etwas wie eine Katharsis – eine seelische Reinigung. Uns bedeutet dieses Album nicht nur musikalisch sehr viel, sondern auch lyrisch: Ich habe das Gefühl, dass ich beim Schreiben der Texte viel tiefer in mein Inneres vorgedrungen bin als je zuvor. Das war wie eine Therapie – was Musik ohnehin auch immer sein sollte.

Wir alle wollten nach „Junk of the Heart“ auf eine völlig andere Art und Weise Musik machen.

Jonas:
Das hört sich nach einem sehr heilsamen Prozess an.

Luke:
Ja, für mich war es wie Medizin.

Peter:
Schreiben ist grundsätzlich etwas sehr Beruhigendes und Heilsames.

Luke:
Wir hatten das Glück, mit einem Brian Eno-artigen Producer zusammenarbeiten zu können: Unser Produzent Inflo war für uns fast wie ein Guru.

Peter:
Stimmt! Er hat uns dazu gebracht, dass wir wirklich alles streng danach ausgerichtet haben, wie wir uns in dem jeweiligen Moment fühlten: Wir sind in uns gegangen und haben daraus spontan und völlig frei Songs entwickelt. Aus mentaler Sicht war daher die Arbeit an dem neuen Album absolut fantastisch.
Gleichzeitig bedeutete dieser Prozess für uns alle eine große Veränderung: Keine Drogen, keine Partys – wir wollten uns ausschließlich auf die Musik konzentrieren, intensive Gespräche führen und diese Inhalte in unsere Texte einfließen lassen. Das Album ist daher weitaus durchdachter als seine Vorgänger – nicht verkopft, aber mit einer gewissen Tiefe. Mit jedem der Songs versuchen wir, einen Akzent zu setzen.

Luke:
Es war wirklich großartig, wieder den Fun zurückzugewinnen.

Peter:
Den Fun – und den Funk.

Luke (lacht):
Genau, den Fun und den Funk! Ich glaube, bei diesem Album kann man wirklich den Spaß und die Freiheit spüren, die wir bei der Arbeit daran hatten. Für mich wirkt „Listen“ fast debutartig – vielleicht erinnert es mich deshalb auch ein wenig an unser erstes Album.
Wir haben es geschafft, den Ballast früherer Platten völlig von uns abzuschütteln und dabei trotzdem wie The Kooks zu klingen. Unser neues Album ist Welten entfernt von allem, was wir davor gemacht haben. Und dabei steht es wie keine andere Platte für uns als Band. Das ist wahre Freiheit.

Es schien, als würden wir mit aller Kraft dagegen ankämpfen, wer wir sind.

Jonas:
Zwischen den Veröffentlichungen eurer vier Alben lagen bisher immer zwei bis drei Jahre. Wie wichtig ist es, sich nach einem Release und der anschließenden Tour zurückzuziehen und physisch wie mental zu regenerieren?

Peter:
Ein Album zu produzieren und auf Tour zu gehen, ist immer ein sehr intensiver und kräftezehrender Prozess. Daher ist es für uns extrem wichtig, auch Phasen zu haben, in denen wir entspannen können und den Kopf frei bekommen.
Natürlich würden auch wir gerne mehr Zeit im Studio verbringen und schneller neue Alben veröffentlichen.
Aber manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit – eine neue Platte kann man nicht erzwingen.

Jonas:
Trotzdem ist man immer dem Druck des Marktes ausgesetzt: denn je besser das Produkt, desto höher und drängender die Nachfrage.

Peter:
Ja, aber um so etwas Komplexes wie ein Musikalbum zu erschaffen, muss man in einer bestimmten mentalen Verfassung sein. Sobald man sich zu kreativer Leistung zwingt, geht es mit Sicherheit schief.

Jonas:
Die Arbeit an dem neuen Album hat euch ermöglicht, Musik auf eine – wie ihr sagt – völlig andere Art und Weise zu machen. Heißt das in der Konsequenz, dass ihr auch die Muster über Bord geworfen habt, wie ihr euch bisher habt inspirieren lassen?

Luke:
Für uns hat sich alles wie ein absoluter Neustart angefühlt, was nicht zuletzt an unserem Produzent Inflo lag: Er hat wesentliche und für uns wirklich neue Impulse gesetzt.
Doch dieser Neustart war für uns gar nicht so einfach: In den ersten Tagen und Wochen breitete sich ein seltsames Gefühl innerhalb der Band aus. Es schien, als würden wir mit aller Kraft dagegen ankämpfen, wer wir sind – nicht weil wir uns selbst hassten, sondern weil wir das große Bedürfnis hatten, in irgendeiner Form eine neue Magie zu erscha en. Dabei hat keiner von uns diese Gedanken tatsächlich in Worte gefasst – es gab eher ein stilles Einverständnis, dass wir nichts auf den Tisch packen wollten, was uns irgendwie an die Vergangenheit erinnert hätte.
So haben wir letztendlich alle an einem Strang gezogen, es gab unter uns einen großen gemeinsamen Nenner. Jeder wollte ein Teil des neuen, großen Ganzen sein.

Jonas:
Dieser umfassende Neustart erklärt die vielen Musikstile auf „Listen“, die zu dem typischen Kooks-Sound addiert wurden.
Darüber hinaus wirkt das Album insgesamt sehr energetisch. Welche Rolle hat euer neuer Drummer Alexis Nunez bei der Entwicklung der neuen Songs gespielt?

Peter:
Alexis ist ein unglaublich talentierter Schlagzeuger, der unsere Musik mit seinem lebendigen Spirit auflädt. Ich glaube, dass unser aktueller Sound wesentlich von ihm geprägt wurde.
Für den gesamten Entwicklungsprozess des neuen Albums war es enorm wichtig, einen Drummer mit solch einem Durchhaltevermögen zu haben.

Jonas:
Wie seid ihr auf ihn aufmerksam geworden?

Luke:
Wir haben Alexis im Jahr 2011 über einen gemeinsamen Freund namens Nat Jenkins kennengelernt. Wir waren damals auf der Suche nach einem neuen Drummer.

Peter:
Wieder einmal.

Luke:
Ja, wieder einmal. Es ist nie wirklich leicht, einen guten neuen Drummer zu finden, wenn ein anderer die Band verlassen hat. Wie auch immer – Alexis spielte damals bei den „Golden Silvers“ und ich war ein großer Fan dieser Band. Irgendwann einmal erzählte mir Nat eher nebenbei, dass sich die Gruppe aufgelöst hatte.
Ich fragte Nat sofort nach Alexis’ Nummer und habe mich mit ihm auf ein Guiness verabredet. Und nach diesem Bier war er unser Drummer. Dabei dachte ich noch auf den ersten Blick, dass dieser Kerl niemals ein guter Schlagzeuger sein könnte: Er wirkte einfach zu cool.
Aber kurz darauf hat Alexis uns allen bewiesen, wie verdammt gut er sein Instrument spielen kann – und was für eine gute, treue Seele er ist.

Jonas:
Ich kann mir vorstellen, dass es gar nicht so leicht ist, seine eigenen Ideen einzubringen, wenn man der Neue ist.

Luke:
Das stimmt, aber Alexis hat sich von Anfang an voll eingebracht. Dabei hätte er ja auch einfach nur die Lücke ausfüllen können, die unser letzter Drummer hinterlassen hatte – aber dafür ist er zu ambitioniert und zu gut. Wenn wir im Studio sind, herrscht ohnehin eine sehr offene Atmosphäre unter allen Beteiligten. Es gibt zwar eine generelle Richtung, die wir mit unserer Musik verfolgen, aber wenn die Chemie stimmt, probieren wir gerne alles Mögliche aus und schauen, ob es funktioniert.

Jonas:
Der deutsche Musikblog „laut.de“ bezeichnet euren Song „Westside“ als eine „cheesige Dance-Hymne, die einen Gruß an Metronomy schickt“. Seht ihr das ähnlich?

Luke (lächelt):
Wir alle sind große Metronomy-Fans, ich persönlich liebe diese Band total. Aber diesen Vergleich höre ich tatsächlich zum ersten Mal. Weder bei „Westside“ noch einem anderen Song war es unsere Intention, diesen ganz speziellen Metronomy-Sound zu interpretieren. Zwar ist unser neues Album von einer Vielzahl guter Bands beein usst – darunter beispielsweise Ariel Pink und natürlich auch Metronomy – aber ich glaube, dass wir einen ganz eigenen Style of Rock’n Roll haben.

Jonas:
Vor etwa einem Jahr haben wir Joseph Mount portraitiert, den Gründer und Frontmann von Metronomy. Wir hatten damals zu unserem Gespräch den Cornwall-Reiseführer „Eat. Surf. Live.“ mitgebracht, in dem viele wunderschöne Fotos der südenglischen Küste abgebildet sind. Joseph erzählte uns von dem Einfluss dieser Landschaft auf sein erstes Metronomy-Album „The English Riveira“. Ist eure Musik ebenfalls inspiriert von eurer Umwelt – von den Orten, an denen ihr lebt und arbeitet?

Luke:
Joseph scheint zu den Menschen zu gehören, deren Kunst in ganz besonderer Art und Weise von ihrer Umwelt inspiriert ist. Ich erinnere mich an ein Fernsehinterview mit ihm, in dem er ausführlich über die Französische Riviera spricht und erzählt, wie seine Musik zu der damaligen Zeit von dieser Landschaft konzeptionell beeinflusst wurde.
Für uns selbst und unsere eigene Musik spielen zwei Städte eine ganz besondere Rolle: London und Los Angeles. In London haben wir seit unserer Gründung im Jahr 2004 unzählige Songs produziert und in L.A. sind viele Tracks des neuen Albums entstanden. In sie ist ein gewisser „Californian Vibe“ eingesickert. Generell würde ich aber sagen, dass unser Songwriting weniger von der Landschaft beeinflusst ist, sondern vielmehr von unseren innersten Gefühlen.

Jonas:
Was hat euch in L.A. denn am meisten beeindruckt?

Peter:
Für mich ist L.A. gerade deshalb so inspirierend, weil man überall von einer gewissen Scheinheiligkeit umgeben ist. Die meisten Menschen dort tragen zwei grundverschiedene Charaktereigenschaften in sich, die in einem ständigen Wettstreit miteinander stehen: Auf der einen Seite haben sie eine extrem positive Lebensenergie, die wahrscheinlich im kalifornischen Klima begründet liegt. Auf der anderen Seite tragen sie eine mysteriöse Dunkelheit in sich – wie in einem David Lynch Film. Alle sind irgendwie durchgeknallt. Und wirklich jeder könnte ein Serienmörder sein. So jedenfalls fühle ich mich, wenn ich in L.A. bin – ein wirklich skuriller Ort. Die Stadt bietet einem dafür aber auch mehr Freiheitsgrade: Vieles ist wesentlich günstiger als in Europa, man kann sich für wenig Geld wochenlang ein Auto mieten und durch die Gegend fahren. Und wenn ich ehrlich bin, mag ich auch diese wirklich verrückten HipHop-Clubs total, die es dort überall gibt.

Jonas:
Dafür sieht es dort in Sachen elektronische Musik leider schlecht aus.

Peter:
Das stimmt. In Downtown L.A. gibt es aber ein paar Electro-Clubs, die ganz ok sind.

Das Bild eines herausgerissenen Herzens beschreibt recht passend das, was ich in den letzten Jahren erlebt habe.

Jonas:
„Listen“ ist die erste Platte von The Kooks, bei der auf dem Cover kein Foto zu sehen ist, sondern eine Illustration in Form eines blauen Herzens. Welche Bedeutung hat das Artwork des neuen Albums für euch?

Luke:
Als wir angefangen haben, mit unserem Grafiker Hayden das Artwork von „Listen“ zu besprechen, hat er uns einige wirklich coole Vorschläge gemacht. Aber es fehlte die eine, große Idee. Als ich daraufhin seine Mappe mit allen bisherigen Arbeiten und Skizzen durchblätterte, hatte ich plötzlich dieses Herz vor meinen Augen. Diese Zeichnung hat sich irgendwie direkt mit mir verbunden, es hat Klick gemacht. Das Herz ist das zerbrechlichste, intimste Organ des Menschen und Sinnbild für seine verwundbare Seele.
So steht diese Illustration für alles, wofür auch das Album steht – und stellt nebenbei auch noch einen direkten Bezug zu mir ganz persönlich her: Das Bild eines herausgerissenen Herzens beschreibt recht passend das, was ich in den letzten Jahren erlebt habe. Aber diese Geschichte ist zu privat.

Jonas:
Wenn man das Albumcover eine Zeit lang betrachtet, scheint das Gehirn irgendwie den Titel „Listen“ mit dem illustrierten Herz zu kombinieren: Plötzlich hat man den Satz „Listen to your heart“ im Kopf – ein interessanter Effekt.

Luke (lächelt): Schön, oder?

Jonas:
Auch wenn ihr euch bei diesem Albumcover zum ersten Mal für eine Illustration entschieden habt, gibt es eine Konstante, die sich seit „Inside In/Inside Out“ – eurer ersten Platte aus dem Jahr 2006 – nicht verändert hat: die unverkennbare The Kooks-Schriftart. Man könnte sie fast als ein Sinnbild für eure Band-DNA bezeichnen.

Luke:
Wir wollten von Anfang an ein Logo haben, das auf der einen Seite eher subtil wirkt, auf der anderen Seite aber einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Dieses Logo verändert sich nicht – aber dafür alles drumherum.

Jonas:
Bob Dylan hat es sich bei seinem neuesten Album „Shadows in the Night“ nicht nehmen lassen, ebenfalls diese Schrift für das Artwork einzusetzen.

Peter (lächelt):
Ja, das finde ich ziemlich cool – und spricht für die Schrift.

Jonas:
Eure Band gibt es jetzt seit elf Jahren. Seid ihr euch der Tatsache bewusst, dass es Menschen gibt, die sozusagen mit eurer Musik groß geworden sind – und die bestimmte Kooks-Songs mit ganz persönlichen Lebensphasen verbinden?

Peter:
Das wird uns immer wieder klar, wenn wir mit den Fans sprechen. Ich empfinde es als etwas ganz Besonderes – auch weil es mich daran erinnert, wie ich selbst Musik erlebt habe, als ich noch an der Uni war.

Luke:
Manchmal hören wir auch, dass Leute zu einem unserer Songs geheiratet haben. So etwas ist absolut großartig!

Ich glaube, dass wir über die Jahre gemeinsam mit unseren Fans gewachsen sind.

Peter (lacht):
Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass das Publikum gar nicht so wirklich altert. Gestern Abend zum Beispiel waren die Leute verdammt jung.
Aber im Ernst: Es bleibt ja niemand so, wie er ist. Man entwickelt sich im Leben ständig weiter. Ich glaube daher, dass wir über die Jahre gemeinsam mit unseren Fans gewachsen sind.

Jonas:
Ihr habt im Laufe der Zeit einige echte Klassiker geschrieben, Songs wie „Naive“, „Ooh La“ oder „She Moves In Her Own Way“ haben auf YouTube viele Millionen Klicks. Habt ihr selbst einen Lieblingssong von The Kooks?

Peter (lacht):
Ich hasse „Naive“! Wir müssen diesen Song an jedem verdammten Abend unseres Lebens spielen. Wir hätten diesen Track nie aufnehmen dürfen.

Luke (lächelt):
Hör auf, sonst denken die Jungs, wir meinen das ernst! Ich muss mal nachdenken: Hmm, ich mag eigentlich alle unserer Songs. Aber es gibt einige, die für mich eine ganz besondere Bedeutung haben: “Ooh La“ vom ersten Album zum Beispiel. Oder „Sway“ von unserer zweiten Platte. Live haben diese Songs nochmal eine ganz andere Energie. Im Moment ist aber „See me now“ mein Favorit.

Peter (grinst):
Das wäre doch super für eine Show: ein Set, das nur aus zwei, drei Songs besteht.

Luke:
Können wir ja mal ausprobieren, die Kids mögen’s bestimmt.

Peter:
Mein absoluter Favorit unter allen Songs, die wir jemals geschrieben haben, ist „Around Town“. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass dieses Lied weltweit so erfolgreich werden würde. Das Besondere an diesem Song ist, dass er sich über die gesamte Länge ständig verändert. Für mich ist er daher auch ein Symbol für die generelle Wahrnehmung von Musik – die verändert sich bei jedem Menschen ständig. Genauso wie sich auch der Mensch ständig verändert.